Gemeinde Parkstetten|

Parkstetten setzt auf Tempo 30, Wohnungsbau und mehr Urnengräber

Mit einer Reihe von Entscheidungen zu Wohnungsbau, Verkehrssicherheit und Friedhofsentwicklung hat sich der beschließende Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss der Gemeinde Parkstetten in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Breiten Raum nahmen dabei mehrere Bauvoranfragen sowie verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation im Gemeindegebiet ein.

Zunächst stellte der Ausschuss grünes Licht für eine Bauvoranfrage in der Unteren Ringstraße in Aussicht. Dort plant ein Investor ein größeres Mehrfamilienhaus und legte zwei unterschiedliche Entwurfsskizzen vor. Der Ausschuss bevorzugte eine Variante mit versetztem Pultdach, die Platz für neun großzügige Wohnungen bietet, und sich nach Ansicht des Gremiums optisch besser in das Umfeld einfügt. Positiv bewerteten die Mitglieder dabei, dass die Grundstückszufahrt ausschließlich über die Untere Ringstraße erfolgen soll und damit zusätzlicher Verkehr im Bereich der angrenzenden Schule vermieden wird.

Auch einer sehr allgemein gehaltenen Bauvoranfrage für zwei Wohngebäude in der Ludwig-Thoma-Straße stimmte der Ausschuss grundsätzlich zu. Die endgültige Ausgestaltung muss im weiteren Verfahren noch erfolgen.

Intensiv diskutiert wurde auch ein Antrag auf Errichtung eines 1,80 Meter hohen Doppelstabmattenzaun im Römerbogen. Das Gremium blieb auch nach Neubesetzung aufgrund der Kommunalwahl seiner bisherigen Linie treu und genehmigte lediglich eine Höhe von bis zu 1,60 Metern, um keinen Präzedenzfall für weitere Befreiungen zu schaffen. Gleichzeitig wurde angeregt, auf Kunststoff-Sichtschutzstreifen zu verzichten und stattdessen Hecken oder Kletterpflanzen zu verwenden.

Einen Schwerpunkt bildete die Beratung über die Außenbereichssatzung „Unterharthof-Süd“. Nach der Auswertung der Stellungnahmen von Fachbehörden werden zahlreiche Hinweise zum Hochwasser- und Grundwasserschutz in der Planung ergänzt. So wird auch der Satzungsbereich geringfügig angepasst, damit er künftig außerhalb des festgesetzten Überschwemmungsgebiets liegt. Zusätzlich werden unter anderem Keller und Tiefgaragen ausgeschlossen sowie verbindliche Vorgaben für hochwasserangepasstes Bauen aufgenommen. Der überarbeitete Entwurf wird nun dem Gemeinderat für den abschließenden Satzungsbeschluss vorgelegt.

Auf dem Parkstettener Friedhof reagiert die Gemeinde auf die seit einiger Zeit stark veränderte Bestattungskultur. Mittlerweile finden weit mehr Urnenbeisetzungen statt. Klassische Erdbestattungen werden nur noch selten gewünscht. Da die belegbaren Urnenplätze inzwischen knapp werden, sprach sich der Ausschuss für die Anschaffung von drei weiteren Urnenstelen im bisherigen Stil mit insgesamt zwölf zusätzlichen Urnennischen aus.

Mehrere Beschlüsse fasste das Gremium außerdem zur Verkehrssicherheit. So soll in den Straßen des Gewerbegebiets künftig jeweils eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden. Hintergrund sind regelmäßige Beschwerden über Geschwindigkeitsübertretungen und fehlende Gehwege.

Auch in der Gemeindeverbindungsstraße „Harthofer Straße“ spricht sich der Ausschuss einstimmig dafür aus, die größtenteils bereits bestehende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h auch auf den derzeit noch verbleibenden Tempo-50-Streckenabschnitt zwischen Kreisverkehr und Schule auszuweiten. Obwohl es sich hierbei um einen stark frequentierten Schulweg handelt, werde dort immer wieder viel zu schnell und rücksichtlos gefahren, so die Einschätzung des Gremiums. Eine dauerhafte Geschwindigkeitsüberwachung, wie von einer Anwohnerin angeregt, wurde dagegen übereinstimmend von allen Ausschussmitgliedern abgelehnt.

Verbesserungen der Verkehrssituation soll es künftig auch in der „Straubinger Straße“ und der „Bogener Straße“ geben. Die beiden Durchgangsstraßen werden regelmäßig von Fahrzeugen aller Art rücksichtslos zugeparkt, was zu wiederkehrenden Beschwerden über die eingeschränkten Sichtverhältnisse, Staus im Begegnungsverkehr und gefährlichen Situationen für Radfahrer und Fußgänger führt. Um die Verkehrslage zu entschärfen, entschied der Ausschuss einstimmig, nunmehr die bereits mehrfach im Gemeinderat diskutierte Anbringung von jeweils beidseitigen Fahrradschutzstreifen beim Landkreis Straubing-Bogen zu beantragen. Dadurch soll das Radfahren sicherer und das Parken entlang der Straße eingeschränkt werden. Da es sich um Kreisstraßen handelt, ist das Landratsamt für die Entscheidung hierüber zuständig.

Darüber hinaus stimmte der Ausschuss den Fortschreibungen des Regionalplans der Region Donau-Wald zu den Themen Windenergie und Gewinnung und Sicherung von Bodenschätzen, insbesondere von Spezialton, ohne Einwände zu. Die Gemeinde Parkstetten ist von den Änderungen nicht unmittelbar betroffen.

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