Leerstände neu nutzen, Ortskerne belebt halten, Flächenverbrauch beschränken

In vielen ländlichen Gemeinden in Bayern nehmen die Leerstände in den Ortskernen zu, während gleichzeitig an den Ortsrändern landwirtschaftliche Nutzflächen mit Einfamilienhäusern bebaut werden. So zeigt sich auch in vielen Ortschaften in den Gemeinden der Integrierten Ländlichen Entwicklung ILE nord23 immer wieder ein ähnliches Bild: der meist kompakt bebaute Dorfkern wird umringt von unterschiedlich großen Baugebieten aus den letzten Jahrzehnten. Häufig sind in diesen Baugebieten noch Baulücken vorhanden – sie werden von ihren Eigentümern zum Teil bereits seit vielen Jahrzehnten bevorratet. So sehen sich die Gemeinden gezwungen, immer wieder neu wertvolle landwirtschaftliche Flächen an den Ortsrändern als Bauland auszuweisen.

Im Laufe dieser Entwicklung nehmen die Leerstände innerorts zu, identitätsstiftende Gebäude und Hofstellen verfallen und prägende Ortsbilder verschwinden. Zugleich gehen an den Ortsrändern wertvolle landwirtschaftliche Nutzflächen verloren. Baulücken in den älteren Baugebieten, für deren Erschließung die öffentliche Hand bereits in Vorleistung getreten ist, können nicht mehr geschlossen werden. Es drohen Attraktivitätsverluste, steigende Infrastrukturkosten und langfristig auch Immobilienwertverluste. Die Landespolitik hat die Brisanz dieser Entwicklung erkannt und im Landesplanungsgesetz eine Reduzierung des täglichen Flächenverbrauchs in Bayern von derzeit 11,6 ha auf 5 ha anvisiert.

Grundlage für die Innenentwicklung vor Ort

Im Wissen um diese Zusammenhänge haben die Gemeinden Haibach, Mariaposching, Niederwinkling, Parkstetten, Perasdorf, Rattiszell, Schwarzach, Stallwang und Wiesenfelden die Durchführung des Vitalitäts-Checks zur Innenentwicklung beschlossen. Mit diesem Instrument verschaffen sie sich für alle Ortsteile über 50 Einwohnern einen Überblick über die Innenentwicklungspotenziale sowie Nahversorgungsstrukturen. Fachlich unterstützt werden sie dabei vom Münchner Planungsbüro ifuplan. Finanziell wird das Projekt gefördert mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit Unterstützung durch das das Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern gefördert. Als Innenentwicklungspotenziale werden beispielsweise innerörtliche Baulücken, Nachverdichtungsmöglichkeiten und Leerstände oder Teilleerstände von Wohngebäuden und Hofstellen bezeichnet.

Auf dieser Grundlage möchten die Gemeinden die Weichen für auch künftig vitale und lebenswerte Ortschaften und Freiräume stellen. Sie folgen dabei den neun ILE-Gemeinden Ascha, Haselbach, Hunderdorf, Mitterfels, Neukirchen, Steinach und Windberg, die den Vitalitäts-Check bereits 2019/2020 durchgeführt haben. Die Projektergebnisse sind gegen Jahresende zu erwarten.

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Gemeinde Parkstetten
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94365 Parkstetten

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