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Geschichte der Gemeinde


Die Gemeinde Parkstetten liegt im geografischen Zentrum des niederbayerischen Landkreises Straubing-Bogen. Ihre Lage an der Donau und an einem uralten Handelsweg, der von Salzburg kommend durch das Kinsachtal nach Böhmen führt, war wohl die Voraussetzung dafür, dass hier schon sehr früh Menschen siedelten. Diese Tatsache wird von Dutzenden von vor- und frühgeschichtlichen Funden belegt. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Parkstetten ist allerdings erst aus dem Jahre 1216 bekannt und bezieht sich auf einen Pfarrer Konrad der Motzinger.

Die Pfarrei Parkstetten ist eine Urpfarrei. Der bekannteste Parkstettener ist der große Philologe Dr. Johann Stadler, der im Jahre 1804 geboren wurde. Wegen seiner hervorragenden Sprachkenntnisse wurde er der "Niederbayerische Mezzofanti" genannt.

Im Hochmittelalter waren im Gemeindegebiet Parkstetten mehrere Rittergeschlechter als Ministerialen der Grafen von Bogen beheimatet. In einer Oberalteicher Urkunde aus der Zeit 1112 - 1115 wird der Ritter Engelschalk von Parkstetten genannt. Der Ritter Gozpertus de Harde (=Unterharthof) nahm sogar an einem Kreuzzug teil. 1125 ist ein Ritter Adelhard de Riutte (=Roithof) bezeugt. Beim ersten Kreuzzug ist der Ritter Gothold de Rubersdorf (=Reibersdorf) dabei. Der Ritterpatron St. Georg ist der Pfarrpatron von Parkstetten. (Quelle: Hans Agsteiner, Münster)

In seiner langen Geschichte hat Parkstetten immer in enger Kommunikation mit der nahen Stadt Straubing gestanden. Adlige oder geistliche Grundherren waren hier im Gegensatz zu den Nachbarortschaften nie ansässig. Dafür gab es im zur Gemeinde Parkstetten zählenden Reibersdorf einen Königshof.

Zentralörtliche Funktionen und die kontinuierliche Ausweisung von Baugebieten haben Parkstetten nach dem Zweiten Weltkrieg einen überdurchschnittlichen Bevölkerungszuwachs gebracht. Zur Gemeinde gehören neben den Ortschaften Parkstetten, Reibersdorf und Fischerdorf auch Friedenhain, Oberharthof, Roithof, Scheften, Scheftenmühle, Thurnhof und Unterharthof. Die Einwohnerzahl beträgt derzeit 3123 (Stand: 30.12.2016).

1986 wurde eine neue Kirche eingeweiht. In der Gemeinde befinden sich heute alle Einrichtungen eines Unterzentrums sowie Gasthäuser. Außerdem haben sich Gewerbebetriebe aus den verschiedensten Bereichen angesiedelt.

Das Landschaftsbild im Norden und Westen von Parkstetten wurde in den letzten Jahrzehnten durch Kiesabbau entscheidend verändert. Heute befindet sich in diesem Bereich ein großes Naherholungsgebiet mit Bade- und Fischweihern, Campingplatz und Wasserskiseilbahn.

Durch Reibersdorf führt der bekannte Donauradwanderweg "Tour de Baroque" und der Europäische Pilgerweg "VIA NOVA" (www.pilgerweg-vianova.eu).

Parkstetten liegt nördlich der Donau am Fuß des Bayerischen Waldes, etwa 4 km von der Stadt Straubing und ca. 6 km von der Stadt Bogen entfernt. Problemlos erreicht werden kann der Ort außerdem über die Autobahn A3 - Ausfahrten Straubing oder Kirchroth - und über die Bundesstraße 20.

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Parkstetten (lt. Statistischem Landesamt):

  • 01.12.1840
  • 629
  • 01.12.1871
  • 705
  • 01.12.1900
  • 906
  • 16.06.1925
  • 907
  • 17.05.1939
  • 1087
  • 13.09.1950
  • 1386
  • 31.12.1960
  • 1446
  • 31.12.1965
  • 1568
  • 31.12.1970
  • 1770
  • 31.12.1975
  • 1821
  • 31.12.1982
  • 2063
  • 25.05.1987
  • 2249
  • 31.12.1993
  • 2415
  • 30.06.1999
  • 2762
  • 31.12.2005
  • 3005
  • 31.12.2010
  • 3014
  • 30.06.2014
  • 3080
  • 30.06.2015
  • 3093
  • 31.12.2015
  • 3107
  • 31.12.2016
  • 3123
  • 31.12.2017
  • 3158

Bürgermeister der Gemeinde Parkstetten seit 1933:

  • Johann Gruber
  • von 1933 bis 3. Oktober 1943
  • Josef Hien
  • von 16. Februar 1946 bis 14. November 1947
  • Baptist Foidl
  • von 15. November 1947 bis 31. Dezember 1947
  • Michael Leiderer
  • von 01. Januar 1948 bis 25. Februar 1950
  • Vinzenz Flierl
  • von 26. Februar 1950 bis 29. April 1950
  • Eduard Ebner
  • von 30. April 1950 bis 31. Mai 1972
  • Ludwig Schneider
  • von 1. Juni 1972 bis 30. April 1996
  • Alfons Schießwohl
  • von 1. Mai 1996 bis 30. April 2008
  • Heinrich Krempl
  • seit 1. Mai 2008

Bürgermeister der früheren Gemeinde Reibersdorf von 1925 bis 1972:

  • Herr Sandl
  • von 1925 bis 1929
  • Xaver Probst
  • von 1930 bis 1945
  • Karl Staudinger
  • von 1948 bis 1954
  • Xaver Probst
  • von 1954 bis 31. Dezember 1972

Welche Bedeutung hat unser Gemeindewappen?
Unser Gemeindewappen wurde im Jahr 1982 mit den bestehenden Symbolen und Farben von der Regierung von Niederbayern genehmigt. Das Wappen wurde damals zusammen mit einem anerkannten Heraldiker entworfen. Die Beschreibung des Wappens lautet: „Ein breiter silberner Wellenbalken, darin ein roter Bienenkorb, geteilt von Rot und Blau, oben ein sechsstrahliger goldener Stern.“

Die Begründung des Inhalts des Hoheitszeichens: Der breite Wellenbalken weist auf die Lage der Gemeinde an der Donau hin bzw. auf die in den letzten Jahrzehnten entstandenen Kiesweiher, die für die Naherholung Bedeutung gewonnen haben. Der Bienenkorb symbolisiert die früher im Gemeindegebiet ausgeübte Bienenzucht. Als Mariensymbol wurde der Stern in die obere Schildhälfte aufgenommen. Er soll an das Domkapitel Augsburg erinnern, das als Grundherr für die Geschichte des Gemeindegebietes von größter Bedeutung war. Das Domkapitel führte im Siegel die Mutter Gottes, während die Wappenfarben des Hochstiftes Augsburg Rot und Silber waren, die jetzt als Feldfarben des Gemeindewappens auf diese wichtige historische Verbindung hinweisen. Seit dem 16. Jahrhundert ist das Gemeindegebiet im Wesentlichen landesherrlicher Besitz und unterstand dem Kastenamt in Straubing. Die Tingierung Silber und Blau erinnert an diese Zugehörigkeit.

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